Bild BSK
Deutsch lernen - für bessere Chancen im Leben und auf dem Arbeitsmarkt

"Es ist mehr als Deutsch lernen“, so bringt es Susanne Lorsbach auf den Punkt, wenn sie über ihre Arbeit an der VHS Mülheim spricht. Die Dozentin und zehn weitere Kollegen und Kolleginnen unterrichten im Bereich Integrations- und Berufssprachkurse. Sie haben viel zu tun, allein durch die hohe Anzahl an Geflüchteten aus der Ukraine. „Zahlreiche Teilnehmende kommen auch aus Syrien oder den nordafrikanischen Ländern“, so Lorsbach. Dabei sind einige, die durch die Kriegssituation selten oder gar keine Schule besucht haben. Im Zusammenhang mit dem Integrationskurs werden neben allen notwendigen Sprachgrundlagen auch die Alphabetisierung, also Lesen und Schreiben im Allgemeinen, vermittelt.

Im nächsten Schritt geht es darum, Behördengänge zu erleichtern. Aber wie funktioniert das eigentlich – jemanden Sprache und Kultur näher zu bringen, wenn die Dozenten und Dozentinnen naturgemäß eher selten Ukrainisch oder andere, weniger bekannte Sprachen sprechen? „Manchmal lösen wir Situationen mit Englisch, aber meistens sind wir von Anfang an mit Deutsch unterwegs.“ Da helfe das situative Verständnis enorm viel. „Oft erklärt es sich im spielerischen Umgang fast von selbst, was gemeint ist oder welcher Begriff gesucht wird.“ Was ebenfalls sehr zuträglich ist: Exkursionen. „Da lassen wir uns etwas einfallen, zum Beispiel ein Spaziergang durch die Stadt Mülheim, vorbei an den Stolpersteinen.“ Susanne Lorsbach bereitet die Ausflüge akribisch vor, recherchiert zum Beispiel die Schicksale der jüdischen Familien, die hinter den Stolpersteinen ansonsten verborgen blieben. Für sie die beste Art, Geschichte, Sprache und Kultur Deutschlands näher zu bringen.

Hin und wieder trifft die 59-Jährige auf ehemalige Teilnehmer und erfährt, wie es für sie nach der VHS weiterging. Da ist zum Beispiel der syrische Zahnarzt, der inzwischen auch in Deutschland anerkannt ist und praktizieren darf. Oder der afrikanische Krankenpfleger, der, nach einem Aufbaukurs an der VHS sowie einem zugehörigen Praktikum, nun auch in seinem erlernten Beruf hier arbeiten kann. Der Aufbauunterricht ist für die fachliche Entwicklung eine wichtige Voraussetzung, denn er beinhaltet alles Wissenswerte zum Berufsleben in Deutschland.

Gefördert werden die Integrations- und Berufssprachkurse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Alle Integrationskurse enden mit Prüfungen: Dem „Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ)“ mit dem Ziel B1 und dem „Test Leben in Deutschland (LiD)“.

Die VHS bietet Kurse mit täglichem Unterricht oder in Teilzeit (an drei Tagen pro Woche) am Vor- oder Nachmittag.

Weitere Informationen und Beratung über die VHS Mülheim:

Martina Kleinewegen
Programmbereichsleiterin Integrationskurse & Deutsch als  Zweitsprache
Telefon: 0208 455-4313
martina.kleinewegen@muelheim-ruhr.de