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August Thyssen (1842 – 1926)

Mintard – 1922

August Thyssen wurde am 17. Mai 1842 in Eschweiler bei Aachen als Sohn einer begüterten katholischen Bürgerfamilie geboren. Nach gründlicher technischer und kaufmännischer Ausbildung begann er mit erst 24 Jahren den ersten industriellen Versuch. Mit vorgeschossenen 8.000 Talern vom Vater gründete er 1867 mit dem belgischen Walzwerksspezialisten Noel Fossoul, seinem belgischen Schwager Dèsiré Bischeroux und dessen in Duisburg lebenden Brüdern ein kleines Puddel- und Bandeisenwalzwerk als Kommanditgesellschaft unter dem Namen Thyssen, Fossoul & Co.

Am 2. März 1871 meldete sich August Thyssen als Einwohner von Duisburg nach Essen ab. Dort kam er nie an. Vielmehr gründete er am 1. April 1871 im damals noch selbstständigen Styrum bei Mülheim an der Ruhr sein erstes eigenes Bandeisenwerk.
Verkehrsgünstig, in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Mülheim der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, nahmen am 2. Oktober 1871 95 Mitarbeiter die Produktion auf. Im ersten Betriebsjahr erzeugte das Werk 3.000 t Walzeisen, was der Leistung anderer kleiner Werke der Region entsprach. Dieses Werk in Styrum war die Keimzelle des Thyssen-Konzerns. Heute produziert an diesem Standort unter anderem die Mannesmann-Röhrenwerke GmbH.

Am 29. November 1872 heiratet August Thyssen die zwölf Jahre jüngere, achtzehnjährige Nachbarstochter Hedwig Pelzer. Sie brachte eine beachtliche Mitgift in die Ehe und für den aufstrebenden Unternehmer wichtigen Zugang zur protestantischen Oberschicht Mülheims. Hedwigs Vater Johann Heinrich Pelzer entstammte einer alten Gerberfamilie, die es als Lederfabrikanten- und händler zu Wohlstand gebracht hatte, während die Mutter aus der vermögenden Textilindustriellenfamilie Troost stammte. Die Mitgift investierte Thyssen sowohl in den Ausbau seines Werks als auch in fremde Firmen und deren Aktien. Schon 1878 wurde ein Rohrwerk errichtet, es folgten Kesselschmiede und Konstruktionswerkstätten. Thyssen wurde 1890 zu einem der großen deutschen Röhrenproduzenten.

Bei seinem Tod am 4. April 1926 auf Schloss Landsberg waren die von ihm gegründeten und bis zuletzt nahezu unumschränkt geführten Unternehmen 400 Mio. Reichsmark wert.

Der Thyssen-Konzern bestand 1926 aus fünf Hüttenwerken – eines in Mülheim an der Ruhr sowie jeweils zwei in Duisburg und Düsseldorf -, einem Walzwerk in Dinslaken, einer Maschinenfabrik in Mülheim, einem Gas- und Wasserversorgungsunternehmen sowie einem Schachtbauunternehmen. Dazu gehörte der größte geschlossene Grubenfeldbesitz im Ruhrgebiet von mehr als 570 qkm mit selbstständigen Steinkohlenzechen- und feldern am rechten Niederrhein und an der Lippe und ca. 46 qkm Grundbesitz mit umfangreichen Werkkolonien. Darüber hinaus verfügte August Thyssen über umfangreiche Kapitalbeteiligungen an den verschiedensten Unternehmen, darunter zwei Werften. Ferner sind zu erwähnen diverse Handels- und Transportunternehmen mit eigenen Hafenanlagen, unter anderem in den Niederlanden, sowie die 1918 gegründete Bank voor Handel en Scheepvaart N.V. in Amsterdam, die ihm die notwendigen Kredite beschaffte und Transaktionen unabhängig von den deutschen Großbanken ermöglichte.

August Thyssen war Mitglied des Rates der Stadt Mülheim und machte sich um zahlreiche Einrichtungen in Mülheim verdient. Ihm wurden im Jahre 1912 die Ehrenbürgerrechte verliehen.

Wolfgang Slawinski



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